Paris

"Provinz bleibt Provinz, sie macht sich lächerlich, wenn sie Paris nachäffen möchte." Mit einem Schuss großstädtischer Überheblichkeit adelte Honoré de Balzac im Jahr 1831 die Hauptstadt Frankreichs. Mit seiner Feststellung liegt der Dichter – er selbst wurde übrigens in Tours geboren – nicht ganz falsch. Urbaner Glanz, mondäne Lebenswelten gepaart mit modischer Extravaganz und ein einzigartiges Flair: Das sind die Attribute, durch die sich Paris vom Rest des Landes unterscheidet.

Übersicht

Stadt und Region: 
Die Hauptstadt ist nicht nur Sitz des Präsidentenamtes (Elysée-Palast) der Regierung und den Ministerien in dem zentralistisch geprägten Land – auch zahlreiche Internationale Organisationen wie die OECD, UNESCO oder Internationale Handelskammer (ICC) haben sich hier niedergelassen. Was Paris für die Politik, ist es auch für die Mode: Wenn weibliche Schönheiten die neueste Kollektion aus dem Hause Chanel oder Lagerfeld auf dem Laufsteg zur Schau tragen, blickt die Weltöffentlichkeit in die Stadt der Haute Couture. Das, was die Modeschöpfer an bizarren und eleganten Kleidern präsentieren, steht wenig später auf der Wunschliste der High Society ganz oben. Aber auch jenseits der Welt der Schönen und Reichen macht sich in der Stadt ein ganz besonderer Stil bemerkbar. Ob in der Metro, wo vorbeihuschende Geschäftsmänner im legeren Anzug glänzen oder in Straßencafés, wo fesche Damen in seidene Hosenanzüge gehüllt sind: Die Pariser haben ein Faible für stilvolle Kleidung. Der Look wirkt dynamisch, gar fortschrittlich: In Sachen Mode scheint die französische Metropole der Welt um einen Schritt voraus zu sein. Inspiriert von den textilen Impressionen sollte man die Möglichkeit einer ausgiebigen Shoppingtour nicht missen. Eine ideale Gelegenheit bietet sich dem Besucher beim Besuch des Kaufhauses „Galeries Lafayette“. In dem altehrwürdigen Gebäude der Haussmann-Ära, das bereits von Weitem durch seine auffällige Glaskuppel erkennbar ist, öffnet die Kaufhauskette seit 1893 dem Kunden ihre Tore. Von betörenden Parfums über zig Käse- und Wurstsorten bis hin zum Büstenhalter offeriert die Galeries Lafayette alles, was das Herz begehrt.

Geographische Lage

Karte: 
Lage: 
Heute zählt die Stadt im Norden Frankreichs über 10 Millionen Einwohner – fast jeder sechste Franzose wohnt in dem Ballungsgebiet. Die Region Ile-de-France befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Dementsprechend herrschen milde, niederschlagsreiche Winter und mäßig warme Sommer vor. Paris ist in 20 Arrondissements (Stadtteile) untergliedert, die sich ausgehend vom Louvre im ersten Arrondissement schneckenartig um den historischen Stadtkern schlängeln.

Geschichte

Überblick über die Geschichte: 
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt im 3. Jahrhundert vor Christus: Der Keltenstamm der Parisii gründete auf den verzweigten Sumpfinseln der Seine die Siedlung „Lucotesia“. Knapp 200 Jahre später eroberte Cäsar Gallien und machte die Stadt zu einer seiner Kolonialstädte. In den darauf folgenden Jahrhunderten avancierte Paris zu einem wichtigen Handelszentrum. 1253 erlangte die Stadt auch den Ruf einer Bildungsmetropole: Robert de Sorbon gründete ein theologische Kolleg, das noch heute unter dem Namen der renommierten Sorbonne-Universität bekannt ist. Trotz dieser Errungenschaften war Paris auch immer das Epizentrum von Unruhen: Die verheerende Bartholomäusnacht 1572, der Sturm auf die Bastille 1789 sowie die blutige Niederschlagung der Pariser Kommune 1871 haben ihre Spuren hinterlassen.

Sehenswürdigkeiten

Was sollte man sehen?: 
Kulturfreunde kommen in Paris auf ihre Kosten. Das imposante Louvre-Museum mit seiner Glaspyramide – ein Vermächtnis des Staatspräsidenten François Mitterand – gehört fast schon zum Pflichtprogramm eines jeden Touristen. Unzählige Schätze aus diversen Epochen lagern in dem riesigen Museumsareal. Der Besucher kann römische, griechische und etruskische Skulpturen bestaunen oder einen Platz vor der dicht umdrängelten Mona Lisa (sie heißt auf Französisch übrigens „La Joconde“) erhaschen. Weitere Gemälde wie „La Liberté Guidant Le Peuple“ von Eugène Delacroix, auf dem Marianne die Tricolore emporhält und sich zur Freiheitskämpferin aufschwingt oder das Selbstporträt Dürers machen den Reiz des Museums aus. Ursprünglich als Verteidigungsanlage gedacht, diente der Louvre bis 17. Jahrhundert als Königsresidenz - bis der Sonnenkönig Ludwig der XIV. 1661 den Umzug nach Versailles beschloss. Ein Ausflug dorthin lohnt ebenfalls: Das prunkvolle Schloss mit seiner weitläufigen Parkanlage gibt einen Einblick in den Alltag des Absolutismus und seiner verschwenderischen Lebensstil.

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